Gerhard Bohner lernte ich zu einer Zeit kennen, als er vorwiegend als Solotänzer auftrat. Die Begegnung fand erstmals 1986 anläßlich der Aufführung  „Abstrakte Tänze und Bauhaustänze“ in Frankfurt statt. Laut Programmheft zählte er zu den wichtigsten Choreographen der deutschen Nachkriegszeit, dessen Stücke aber nirgends zu sehen waren – wie Gerhard Bohner selbst seine Bedeutung ironisch kommentierte.

Dass sich in seiner Kurzbiographie ein bewegtes Künstlerleben verbarg, eine konfliktreiche Karriere mit Erfolgen und Niederlagen, Hofierungen und Kündigungen, zeigte sich erst in den Gesprächen, die wir führten.

Bis zu Bohners Tod im Sommer 1992, dokumentierte ich mit einer Videokamera Bohners Arbeiten. Die Interviews, die ich mit ihm führte, geben Auskunft über seinen künstlerischen Werdegang, die Geschichte des Tanzes und die Utopien, die ihn nährten. Dass 1991 aus meinen Videomaterialen fertiggestellte Portrait des Tanzkünstlers , konnte 1992, anläßlich Gerhard Bohners Tod, vom WDR ausgestrahlt werden.

Nach 25 Jahren möchte ich teile aus dem Film, Gerhard Bohner und Tanztheatergeschichte, wie unveröffentlichte eigene Texte hier, auf diesem Gerhard Bohner gewidmeten Blog,  pubblizieren.